Geschichte und Gegenwartskultur des Islams

Der Islam hat sich stets in spezifischen gesellschaftlichen, historischen und sozialen Kontexten entwickelt, ohne deren Rekonstruktion heute weder die islamische Geschichtsschreibung noch ein Studium des Islams in der Gegenwart auskommt. Das Studium der islamischen Frühgeschichte, und ihrer Quellen bedarf einer methodisch und theoretisch fundierten Lektüre, die auch aktuelle Erkenntnisse der Geschichts- und Literaturwissenschaften einschließt. Ein Bewusstsein für Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Vielschichtigkeit in inner- und außerislamischen Rezeptionen ist dabei grundlegend.

Auch die klassische Geschichtsschreibung muss durch alternative Perspektiven im Sinne einer „Geschichte von unten“ bereichert werden. So muss z.B. nach den Stimmen von Frauen und religiös Marginalisierten gesucht werden.

Für das Verständnis gegenwärtiger Diskussionsgegenstände ist eine genealogische Lektüre unabdinglich. Hierbei geht es um Verbindungslinien und Brüche mit der Vergangenheit und die Verortung neuer Ideen und sozialer Phänomene. In diesem Kontext sind vor allem die Sozial- und Kulturwissenschaften von großer Bedeutung, deren Methoden und Theorien integriert werden, um aktuelle Entwicklungen des Islams in der islamischen Welt und in Europa diskutieren zu können. Entsprechend steht im Zentrum dieses Schwerpunkts die kritische Auseinandersetzung mit historischen Zusammenhängen und aktuellen Ausprägungen des Islams in Gesellschaft und Kultur. Gefragt sind die Kontextualisierung von historischen und gegenwärtigen sozialen Erscheinungsformen muslimischen Lebens sowie der Umgang mit Inhalten und Forschungsfragen von Nachbardisziplinen.