Häufige Fragen und ihre Antworten

Sie möchten mehr wissen über das Graduiertenkolleg Islamische Theologie? Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Wie viele Doktoranden forschen an jedem Standort?

Die insgesamt bis zu 15 Doktoranden verteilen sich auf die beteiligten Hochschulen, wobei diese Verteilung entsprechend der von den Doktoranden behandelten Thematik der Dissertation und des Betreuers erfolgt und nicht nach zuvor festgelegten Quoten. Allerdings wird gewährleistet sein, dass jeder Standort mindestens mit einem Doktoranden beteiligt ist.

Wie viel Geld erhalten die einzelnen Universitäten?

Diese Frage lässt sich wegen des beschriebenen Verteilungsmodus noch nicht beantworten. Insgesamt fließen den beteiligten Hochschulen über den Zeitraum von sechs Jahren 3,4 Millionen Euro zu.

Auf wie viele Jahre ist die Promotion angelegt?

Die Kollegiaten erhalten eine Stelle entsprechend dem Umfang einer halben E13-Stelle (TV-L) für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Auf begründeten Antrag hin kann die Förderung im Einzelfall um ein Jahr verlängert werden.

Wie wurden die Universitäten ausgewählt?

Das Kolleg vereint die derzeit in Deutschland bestehende Expertise im Feld Islamische Theologie.

Wie können sich weitere Universitäten beteiligen?

Sobald an weiteren Universitäten einschlägige Expertise aufgebaut ist, sind diese eingeladen, ebenfalls am Kolleg zu partizipieren, indem sie sich beispielsweise am Veranstaltungsprogramm beteiligen oder auch einen Doktoranden stellen.

Welche Sprachen muss man beherrschen?

Die Verkehrssprache im Kolleg ist deutsch, d.h. die einwandfreie Beherrschung des Deutschen in Wort und Schrift ist unabdingbar. In weiteren Sprachen müssen die Teilnehmer in Abhängigkeit von ihrem gewählten Themenschwerpunkt mindestens über die Kompetenz verfügen, Originaltexte sowie einschlägige Forschungsliteratur zu rezipieren. Weiterhin sind mit Blick auf das Gastwissenschaftlerprogramm und die internationale Konferenz im Sommer hinreichende Englischkenntnisse erforderlich.

Was bezweckt die Stiftung Mercator mit diesem Projekt?

In Deutschland liegt der Anteil der muslimischen Bevölkerung mittlerweile bei fünf Prozent. Es besteht ein breiter Konsens in Politik und Gesellschaft, dass eine angemessene Repräsentation von Muslimen auch in Schule und Hochschule erreicht werden soll. Die Bundesregierung fördert seit 2010 die Einrichtung von Zentren für Islamische Studien an einigen Universitäten. Das Graduiertenkolleg Islamische Theologie konzentriert sich darauf, wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem Bereich auszubilden. Mittelfristig soll das Kolleg zu einer angemessenen Repräsentation muslimischer Stimmen in Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit beitragen. Es schafft zudem die Voraussetzungen für die Ausbildung von Religionslehrern für islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und für die Ausbildung von Imamen an Universitäten in Deutschland.

Welche Themenfelder können von den Promovierenden behandelt werden?

Im Rahmen des Studienprogramms erwerben die Kollegiaten vertiefte Kenntnisse in den thematischen Schwerpunkten der Islamischen Theologie. Neben Forschungsarbeiten im Kern der genannten Gebiete sind auch Fragestellungen denkbar, die die Schnittstellen der Gebiete zum Gegenstand haben. In allen Feldern soll ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt werden und für geeignete Fragestellungen eine Erörterung im interreligiösen bzw. intertheologischen Dialog erfolgen. Auch finden grundsätzliche Fragen Berücksichtigung, die sich allen Theologien stellen: Wie fügt sich religiös bekenntnisorientiertes Wissen in eine säkulare Universität ein? Wie kann Islamische Theologie zu zivilgesellschaftlichen Diskursen beitragen?

Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt das Kolleg in seinem Curriculum?

Als Schwerpunkte wurden folgende sieben Themenfelder definiert: Koranwissenschaften, Hadithwissenschaften, Islamisches Recht, Systematische Theologie (Kalam), Islamische Philosophie, Ethik, Mystik, Geschichte und Gegenwartskultur des Islams sowie Islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik (siehe Öffnet internen Link im aktuellen FensterStudienprogramm).

Besitzt das Graduiertenkolleg eine eigene Promotionsordnung?

Da das Graduiertenkolleg standortübergreifend konzipiert ist, verfügt es über keine eigene, einheitliche Promotionsordnung. Für das Promotionsverfahren und die Promotionsprüfung gilt die Promotionsordnung des Standortes, an dem ein Kollegiat angestellt ist. Die bereits jetzt bestehenden Promotionsordnungen der jeweiligen Standorte finden Sie hier:
Universität Erlangen-Nürnberg
Universität Frankfurt am Main
Universität Hamburg
Universität Osnabrück
Universität Paderborn

Was sind mögliche Berufsfelder der Promovierenden?

Durch das ergänzende Engagement des Bundes für die Zentren für Islamische Studien sind die akademischen Perspektiven des Nachwuchses gut. Die Absolventen können neben der Anschlussbeschäftigung in den zu etablierenden Zentren für Islamische Studien mit Perspektiven im In- und Ausland rechnen, z.B. im Schulbereich oder an einschlägiger Stelle in Ministerien oder Verbänden.

Welchen Einfluss haben islamische Verbände auf das Graduiertenkolleg?

Im Gegensatz zu den Zentren für Islamische Studien ist im Graduiertenkolleg kein Beirat vorgesehen, in dem islamische Verbände vertreten sind. Eine institutionelle Beteiligung islamischer Verbände ist also nicht gegeben.